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Frau Messerle, was ist das für ein Gefühl,

sein eigenes Buch in den Händen zu halten?

Das ist ein wunderbares Gefühl, das mir ein

Lächeln ins Gesicht gezaubert hat und noch

zaubert. Einer meiner Leser hat zu mir gesagt:

„Da haben Sie sich aber sicher einen Traum

erfüllt“. Das habe ich. Und genau so fühlt sich das

an.

Sie behandeln in Ihren Büchern schwierige

Themen wie Missbrauch, Eifersucht und Mord.

Was hat Sie dazu bewegt, „Im Jetzt der Vergan-

genheit“ zu schreiben?

Na ja, es ist ein Kriminalroman. Da ist Mord jetzt

nicht so selten (lacht). Und ja, „Strandkorbkri-

mis“ sind meine Geschichten nicht unbedingt.

Gerade in meinem ersten Buch „Das falsche

Tabu“, war es mir wichtig, etwas zu transportie-

ren – auf etwas aufmerksam zu machen, über das

man lieber nicht spricht. Etwas, das aber existiert

und nicht totgeschwiegen werden sollte. In

meinem zweiten Buch „Im Jetzt der Vergangen-

heit“ geht es um eine Vergewaltigung, die über

dreißig Jahre zurückliegt, nie aufgeklärt wurde

und das Leben meines Protagonisten Lennart

Bondevik wesentlich geprägt hat. Die Idee für die

Geschichte ist entstanden, als ich durch Lübecks

Altstadt geschlendert bin. Sie war erst ganz klein,

flüchtig. Aber dann war es wie in dem Märchen

der Brüder Grimm „Der süße Brei“. Die Geschich-

te wurde immer größer, immer mehr Figuren

spielten plötzlich eine Rolle und immer mehr

Details kamen dazu. Irgendwann habe ich begon-

nen, die Gedanken niederzuschreiben. Und vier

Jahre später war „Das falsche Tabu“, der erste

Teil der Geschichte, fertig und knapp zwei Jahre

später der zweite Teil „Im Jetzt der Vergangen-

heit“. Dass es um Eifersucht in meinen Büchern

geht – das wüsste ich jetzt nicht. Aber um Liebe.

Natürlich. Wenn auch nur ein bisschen.

Welches Buch hat Sie als Autorin am meisten

beeinflusst?

Als Kind habe ich „Hops, Fips und Taps“ von Enid

Blyton geliebt. Als junge Erwachsene musste ich

bei „David Copperfield“ von Charles Dickens

heulen wie ein Schlosshund. Später dann bei John

Irvings „Garp und wie er die Welt sah“ und „Das

Hotel New Hampshire“ habe ich nur gedacht: Wie

verrückt muss man sein, um so schreiben zu

können. Und dann kamen die Bücher von Stieg

Larsson. Die Millennium Trilogie. Ich war begeis-

tert! Die Geschichte, die Figuren, die Art zu

erzählen … Ich weiß nicht, welches Buch der

Bücher, die ich gelesen habe, mich am meisten

geprägt hat. Ich denke, es ist die Mischung.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein Buch schreiben?

Entwickeln Sie erst das Gerüst oder schreiben

Sie direkt drauflos?

Teils, teils. Es gibt ein grobes Netz, das dann

durch „Drauflosschreiben“ feinmaschiger wird

und sich nach und nach füllt. Klingt gut struktu-

riert, nicht wahr? In Wirklichkeit ist es aber viel

Chaos und eine unglaubliche Zettelwirtschaft

(lacht wieder).

Was hat Sie dazu bewegt, Bücher zu schreiben?

Das hat sich so ergeben. Ich habe schon längere

Zeit gerne Kurzgeschichten geschrieben. Aber

dann kam die Idee für „Das falsche Tabu“ und

„Im Jetzt der Vergangenheit“. Und wie gesagt

… die Idee wurde immer umfangreicher. Und als

ich das gesehen habe, habe ich mich einfach

getraut.

448 Seiten

Klappenbroschur

ISBN 978-3-8271-9499-2

€ 14,00

Eine Mumie wird in der ehrwürdigen

Klosterkirche Stadthagen gefunden.

Bei den Untersuchungen am Tatort

stellt sich heraus, dass etwas mit

einem alten Grabstein nicht stimmt.

Wie hängt das zusammen? 500 Jahre

zuvor: Aus dem mittelalterlichen

Stadthagen führt der Weg einer jungen

Frau in die Stadt der Kunst, nach

Mailand. Hier gründet sich am Hof von

Herzog Ludovico der Künstlerbund der

Tredici. Leonardo da Vinci löst die

Suche nach einem verschollenen

Gemälde aus. Ein Wettlauf auf Leben

und Tod zwischen gerissenen Kunst-

händlern und Anhängern der Tredici

beginnt …

Ein Pharmaunternehmer wird erstochen an der Trave aufgefunden. Das Team der

Lübecker Mordkommission rätselt: Was hat sein Tod mit einer Tat zu tun, die über

dreißig Jahre zurückliegt und nicht aufgeklärt wurde? Und warum interessiert sich

Theresa Johansson für das, was damals geschehen ist? Die Frau, die bereits ins Faden-

kreuz der letzten Ermittlungen geraten ist. Je näher

Hauptkommissar Lennart Bondevik der Lösung

kommt, desto mehr wünscht er sich, er hätte nie

in der Vergangenheit gegraben ...

Die

Fälschung

der

Tredici

Thomas G. Krage

Im Jetzt der

Vergangenheit

Anke Messerle

400 Seiten

Klappenbroschur

ISBN 978-3-8271-9495-4

€ 13,00

Nach dem erfolgreichen Krimi-Debüt „Das falsche Tabu“ ...